Am 23. Dezember gingen wir als Familie ein Hospiz anschauen. Für mich wurde klar, dass ich da nicht hin möchte. Ich stellte mir im Nachhinein viele Fragen... Wieso gibt es in einem Hospiz keine Aufenthaltsräume für Angehörige? Ich habe selber in der Pflege gearbeitet und in meinen diversen Praktikas während der Ausbildung in der Geriatrie auch oft am Sterbebett gesessen und weiss wie Erdrückend die Stimmung da ist schon als "nicht" Angehörige. In diesem Hospiz gab es nur den kleinen Eingangsbereich wo sich die Raucher aufhielten draussen, sodass es bis drinnen nach Rauch roch.
Und dann hatte es auf den Zimmern keine Toiletten, sondern jeweils nur eines auf dem Gang und der war endlos lang... Die Szenarien zogen mir durch den Kopf... man wird dann einfach auf die Bettpfanne geschoben, geht ja schneller. Aber da sträubt sich alles in mir. ich kann nicht in die Bettpfanne machen... Mein Fluchtinstinkt setzte ziemlich schnell ein da dort alles so wirkte wie im Spital, die Pflegeperson sich bemühte jedoch immer wieder schaute ob mein Sohn sich auch richtig "benahm" Ruhe ist dort sehr erwünscht, aber ich habe nun mal ein Kind, das leben darf zum Glück!
Wir fuhren dann nach Basel ins andere Hospiz dem ein Café angeschlossen ist und werden dies auch noch besichtigen gehen, aber schon nur die Tatsache, dass da ein Café ist, bewirkt, dass dort nicht schon beim hinfahren Todesstimmung herrscht, was mir wichtig ist. Trauer soll Platz haben, das Leben jedoch nicht verdrängen.



