Samstag, 15. März 2014

Running Post 12

Kilometer 3 wie gewohnt fängt mein Fuss an zu mucken und schleift ein bis zwei Mal über den Boden. Ich fange laut an zu sprechen; So mein lieber Fuss, dies Spiel hasst du lange genug mit mir gespielt, kann doch nicht sein, dass ich mich von dir dirigieren und den Rest meines Lebens beim Joggen einschränken lasse... ne, ne. Heute nicht. Das Wetter ist toll, es geht mir so gut wie schon lange nicht mehr, stell dich darauf ein, heute gibt es nicht nur die kurze Runde, ab jetzt sind wir im Aufbau!!!

Also weiterlaufen mit voller Konzentration, immer bewusst des Risikos der Sturzgefahr mit einem "Irrläufer" von Fuss, der mir Schnippchen schlägt sobald ich nicht aufpasse.
Gelaufen bin ich dann erstmals seit Bestrahlung 7 Kilometer. Im Moment habe ich mich durch viele Sozialkontakte und viele gute Gespräche rausgerissen aus der Depressiven Stimmung hier zu Hause.

Zudem habe ich durch das Beten das mittlerweile oft einfach geschieht immer irgend einen Draht in den Himmel, dies tönt jetzt ev. für meine Freunde komisch, doch für mich ist es ev. eher back to the roots da ich als Kind so oft mit Gott gesprochen habe und mir dies wie die Tagträume irgendwann im Laufe des Erwachsenwerdens abhanden gekommen ist.

Der Tod meiner Grossmutter hat mir klar gemacht, dass meine Glaubenswurzeln, meine Faszination für den Glauben wohl Grösstenteils bei ihr liegen, ich von ihr als Geschenk bekommen habe obwohl meine Schwester und ich immer gekichert haben wenn wir gesegnet wurden mit Weihwasser oder Schutzheilige mitbekamen so kleine goldige Dinger für ins Portmonee.

Bei ihr lehrten wir auch wie wir uns zu verhalten hatten in einer katholischen Kirche, bei einer Messe, etc. Bis ins hohe Alter trotz Beschwerden kniete sie noch, da gab es kein Pardon!
101 Jahr in einer Person vereint, dies ist schon faszinierend.

Donnerstag, 13. März 2014

8. Avastin Infusion

So heute hatte ich die 8. Avastin Infusion und ich übe mich mittlerweile im Freihändig lange Treppenlaufen wie z.Beispiel die Lange Treppe runter vom Kantonsspital in Basel bis zum Marktplatz. Jedenfalls freue ich mich immer noch jeden Tag über den Wiedergewonnenen Lagesinn, auch die Nase Treffe ich wieder mit geschlossenen Augen.

Ich danke Gott dafür!

Mittlerweile habe ich mehrere Ruhe-Anker gefunden die mir gut tun, dazu gehört auch das Gebet zwischendurch am Tag oder am Abend vor dem einschlafen. Irgendwie ersetzt mir das meine mehr oder weniger erfolgreichen Versuche von Meditation oder Autogenem Training, ich war dabei nie wirklich glücklich oder fühlte einen Sinn dabei. Im Gebet geht es mir ganz anders.

Sonst werden wir nächste Woche noch mit einer Familientherapie beginnen die auch viel aufrütteln und hoffentlich klären wird, die Krankheit über Jahre hat viel Substanz aufgebraucht, jetzt gilt es zu schauen was noch da ist und wie wir weiter gehen damit, werden sicher spannende Wochen werden.

Mittwoch, 12. März 2014

Halbtax-Abo und seine Folgen

Ich sitze im Zug an die Beerdigung meiner Grossmutter nach Sursee. Mein Halbtax-Abonnement ist gestern abgelaufen, zum Glück habe ich daran gedacht, also löste ich heute ein ganzes Billet und es wurde mir schmerzlich bewusst wie gut ich es doch mit dem Halbtax hatte, halber Preis halt. Also fragte ich mich, ob ich nicht ein neues lösen sollte und fragte mich im selben Atemzug ob das beim 3. Rezidiv denn von mir nicht eine Frechheit sei, sich überhaupt solche Gedanken zu machen. Ich schaute dann die Optionen an, 1,2 oder 3 Jahre? Da nehm ich auf jedenfall die 3 Jahre! Gibt es nicht auch 5 oder 10 zu kaufen? Nein Spass beiseite ich stand vor dem Bahnschalter und fragte jämmerlich was im Todesfall mit dem Halbtax geschehe, ob jemand das Geld zurück erhalte? Ja die Erben bekam ich zur Antwort... Bei der SBB scheint alles geregelt zu sein nicht so wie in unserem Leben.

Es war immer ein tolles Gefühl wenn ich so günstig unterwegs war und heute die Reise hat 35.- gekostet, trotz U-Abo... Aber wenn man es wahrscheinlich ausrechnet werde ich es nicht rausschlagen. Aber da bleibt dies Gefühl... das ich jeweils hatte beim Ticket lösen, wow nur so wenig kostet das und genau dies Gefphl blieb heute aus...

Freitag, 7. März 2014

Mueti

Meine Grossmutter ist 8 Tage vor ihrem 101 Geburtstag zu ihrer letzten Reise in den Himmel aufgebrochen. Somit lag das Thema sterben und Tod bei Jimmy wieder mal an der Tagesordnung  und ich bemerkte einmal mehr, dass uns in unserer Sprache dabei die Worte fehlen. Wie beschreibe ich das Sterben? Einschlafen? bekommt er dann abends nicht Angst vor dem ins Bett gehen? Was wenn er nicht mehr erwacht? Also nicht einschlafen. Also sagte ich sie habe aufgehört zu atmen, seine schockierte Reaktion: Mami dann ist sie erstickt? Nein Jimmy wahrscheinlich... hat das Herz...zuerst aufgehört zu schlagen ich stotterte...voll auf der Anatomischen Schiene. Mein Sohn sah mich mit grossen Verständnisslosen Augen an bis sich etwas in seinem Blick zu klären begann... Mami ich weiss!
Gott kam herunter und hat ihre Seele abgeholt und dann hat alles aufgehört!

Ich war ihm ja so dankbar, dass er mir wieder einmal etwas beigebracht hat!

Donnerstag, 27. Februar 2014

MRT-Auswertung

Ach Gott war ich aufgeregt heute morgen... Sonst hatte ich immer eine Vorahnung, heute hatte ich nur Angst. Das erste Mal kein Notfallplan, kein dann mach ich halt das noch...für heute gab es kein was wäre wenn. Ehemann mit schwerer Depression Zuhause, ich eher am Ende meiner Kräfte... Das Fiasko in meinem Kopf bei einem negativen Bescheid konnte ich mir nicht mal ausmalen... nicht mal andenken wollte ich es, da tun sich Löcher auf die sich kaum ein Mensch vorstellen kann.

Dann sass ich da bei der Blutabnahme rechts schon verstochen also wollte sie links Blut nehmen, doch das ging nicht, weil ich meinen linken Arm nicht bis auf die Stütze heben konnte. Mein Schulterproblem, ein kleines Problem, im Vergleich zu den anderen... Ein Schmerzproblem. Der Muskel wird beim heben des Armes vomKnochen eingequetscht, jedesmal. Also werde ich mehrmals täglich schmerzhaft daran erinnert...

Plötzlich kommt der Onkologe in den Raum der Blutentnahme und begrüsst mich, ungewöhnlich. Er fragt wie es geht, ich antworte ich sei nervös, extrem aufgeregt. Er schaut mir in die Augen und sagt geradeheraus es sehe gut aus, aber wir können es gleich noch besprechen... Beim ausatmen schon flossen die ersten Tränen der entlastung. Sie liessen sich lange nicht mehr aufhalten. Ich glaube ich muss mir langsam überlegen ob ich nicht irgendwann einmal in eine Onkologische Kur fahren sollte.
So 2 Wochen... 

Freitag, 7. Februar 2014

Wie es mir geht...

Wie geht es dir? Wurde ich die letzten Tage öfters gefragt und diese Frage zu beantworten ist gar nicht so einfach, deshalb fange ich einfach an zu schreiben, es wird sich sicher während des schreibens von selbst beantworten. Rein körperlich betrachtet geht es mir gut. der Lagesinn ist eher wieder besser, das Tippen im 10-Finger System geht auch gut, also sollte im Kopf oben eigentlich auch alles gut sein. Meine linke Schulter schmerzt seit Dezember sobald ich den Arm etwas hebe, wie Hexenschuss in der Schulter, das Röntgen zeigte jetzt, dass der Knochen OK ist, keine Arthrose oder so, also eher Bänder oder Sehnen, oder von den Muskeln her. Ich bekomme einen Termin in der "Schulter-Sprechstunde".Ich wusste nicht einmal, dass es sowas gibt... Solange halte ich den Arm einfach etwas still, ausser ich vergesse im Notfall wie gestern als die Schule anrief und sagte mein Sohn sei vom Spielturm gestürzt auf den Rücken und komme jetzt nach Hause und ich renne für den Fall einer Gehirnerschütterung und hole das Spuckbecken vom obersten Regal runter. Vor Schmerz kribbelte es bis in die Fingerspitzen, es fühlte sich so an als würde es etwas einklemmen...Aber der Schmerz war nichts im Vergleich zur Sorge um unseren Sohn. Wir haben ihn dann nach Rücksprache eingepackt und sind zum Kinderarzt gefahren. Laut Seinen Aussagen waren es etwa 2 Meter die er runter stürzte.
Aber er hat nochmals Glück gehabt und es ist nichts gebrochen, habe das erste mal gedacht nicht auch das noch...denn mein Mann steckt gerade mitten in einer schweren Depression. Ich habe ja schon immer gewusst, dass die Krankheit für die Angehörigen viel schwieriger zu ertragen ist... Andersrum muss ich jetzt schauen dass mich seine Depression nicht mitverschlingt.

Von meinem Beruf als Psychiatrieschwester weiss ich noch wie wir uns im Team gegenseitig immer abgelöst haben bei den depressiven Patienten und uns gegenseitig im Stationszimmer wieder aufgebaut haben damit die Batterien nicht leer wurden. Hier zu Hause über 24 Stunden ist das eine ganz andere Aufgabe. Aber er hat mir schon durch viele schwere Zeiten geholfen, jetzt bin ich da und wir stehen dies gemeinsam durch. Aber aus diesen Gründen ist die Frage wie gehts gar nicht so einfach beantwortet.

Die Jogging Einheiten werden jetzt ersetzt durch Psychotherapeutisch verordnete Spaziergänge mit meinem Mann am Besten täglich meinte sie. Finde ich gut!

Sonntag, 26. Januar 2014

Running Post 11

Diese Woche zwei Mal Home Trainer und heute raus in die Natur, Juhui ich hab ein Specht gehört! 5,3 Kilometer bin ich gerannt und dann war mein Fuss schlapp. Ist wirklich ein Phänomen, habe heute wieder was rausgefunden, wenn der Fuss dann müde ist, verliert er jegliche Grundspannung und bleibt wahrscheinlich deshalb dann nicht mehr in der Spur. Also wäre ev. eine Möglichkeit die Muskulatur des Fusses aufzubauen, damit er länger durchhält. Werde mir da ein paar raussuchen und an meine täglichen die ich eh schon mache für die linke Seite einfach anhängen.

Vor dem Joggen hatte ich so meine Zweifel ob das gut geht, da es gestern eher schlechter ging, aber ich war auch auf dem Flohmarkt mit Sohn und Bekannten und all der Trubel ist nicht ohne und sich zu bewegen zwischen vielen Leuten ist für mich ohne Lagesinn links immer besonders schwierig. Auch langsames gehen ist schwieriger als rennen. 

Gestern abend war ich wieder an einem Heilungs Seminar. Das tat gut, vorallem ist die Familie mitdenen ich mitfahren durfte so toll, habe sie sehr ins Herz geschlossen und ich habe endlich nach jahrelangem Suchen und diversem ausprobieren mein Visualisierungsbild gefunden, Ein Bild das mir Ruhe und Frieden bringt und darüber bin ich sehr froh und kann jetzt auch wieder täglich in mich gehen.