Montag, 14. Oktober 2013

Running Post 8

So heute morgen wollte ich mich wieder mal auf eine Runde wagen, nachdem mein Sohn mich in seinen Schulferien doch meistens davon abgehalten hat, habe lediglich ein paar Runden mit ihm im Schwimmbad gemacht. Dann hat es heute morgen geregnet und ich konnte mich nicht motivieren... den ganzen Tag über dachte ich daran... ich sollte... morgen Termin, Mittwoch Termin... also muss es doch heute sein... Als mein Innerer Schweinehund sich um halb vier verkrochen hatte verdunkelte sich der Himmel, die Sonne war weg... na prima. Jetzt oder nie hab ich mir gesagt und die Regenjacke um die Hüften gebunden und im T-shirt und langen Hosen losgerannt bei 15 Grad und Wind. Eine neue Route, zuerst den ersten Teil meine gewohnte, dann aber an der Ergolz entlang ein schönes langes gerades Stück, alles Naturweg. Da kann man schön die Gedanken baumeln lassen und da ich diesen Weg früher mit dem Fahrrad zur Arbeit gefahren bin, wanderten natürlich meine Gedanken zu meiner früheren arbeit, zu dem Team wo ich gearbeitet habe. Dann über die Ergolz und heute habe ich dem Hang da hoch einen Namen gegeben: Der Depressionsstutz (Hang). Er ist sehr Steil und wenn man unten ist und hochblickt, denkt man, dass schaff ich nicht, also gibt es nur eine Taktik, Kopf runter und ja nie hochblicken, sich immer nur auf den nächsten Schritt konzentrieren. Einmal habe ich mich auf die Atmung konzentriert, doch auch das macht Angst, da bei dieser Steigung der Puls in die Höhe jagt und die Atemfrequenz zunimmt, also wieder Konzentration auf die F¨üsse, ein Fuss vor den anderen, solange ich es schaffe einen Fuss vor den anderen zu kriegen ist es gut, Tempo ist egal und Anhalten verboten. Es kommen Momente da wäre es verlockend kurz nach oben zu schauen und zu sehen ob ich es schon geschafft habe... aber wenn nicht dann ist der Frust umso grösser, also immer ein Schritt vor den anderen.

Sobald die Schritte leichter Fallen kommt die nächste Versuchung, ich könnte anhalten und eine Pause machen und dann weiter gehen. Doch beim Joggen habe ich gelernt, dass anhalten extrem anstrengend ist, man kommt dann gar nicht mehr auf touren. Da lauf ich lieber etwas langsamer weiter und mittlerweile kann ich mich während dem rennen auch erholen, ein gutes Gefühl. Dieser Hang lässt sich gut mit der Arbeit mit Depressiven vergleichen, wie oft habe ich die Menschen verzweifeln sehen wenn sie in die Zukunft gesehen haben und wir haben dann Schritt für Schrit die Zukunft reduziert auf den Moment, auf das Jetzt, denn die Zukunft ist der Berg und wenn man da hinauf schaut ist die Verzweiflung sehr Nahe.

Geht mir ja mit der Krankheit ähnlich, die Zukunft zulassen geht nur bis zu einem gewissen Punkt, alles andere muss ich ausblenden, tut dann zu stark weh. Bei mir ist das ist dann kein Berg mehr sondern lange schöne Landschaft und dann plötzlich eine Klippe.

Aber heute war es schlussendlich ein guter Tag ich war 75 Minuten am rennen und machte über 9 Kilometer, leider weiss ich es nicht genau da mein GPS-Gerät nicht eingeschaltet hat als ich auf Start gedrückt habe beim loslaufen. Wir konnten dann nur meine Route am PC nachzeichnen um in etwa auszurechnen wie viel ich gemacht habe. Aber ich weiss, dass dies wohl mein Rekord ist im Moment.
Vorallem bin ich alles gerannt und musste nie laufen und jetzt spüre ich schon meine Muskeln, wird wahrscheinlich einen heftigen Muskelkater geben, aber ich habe immer noch ein Grinsen auf dem Gesicht.

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