Zum Glück bin ich in einem schönen Hospiz gelandet. Eigentlich dachte ich, dass ich innerhalb von zwei Wochen das mit dem sterben hinkriege, da ich ja kaum mehr trinke und esse, kommt ja immer wieder alles hoch... Sobald ich etwas esse, wird mir übel und ich muss es wieder erbrechen. Beim Trinken ist es ähnlich, es gehen nur kleine Mengen, etwas mehr, und es kommt wieder hoch...
Also bin ich vorwiegend mit der Spucktüte unterwegs, Schmerzen häufen sich jetzt auch, vor allem vom ewigen Liegen, auch Kopfschmerzen...
Gegen die Übelkeit bekomme ich Nozinan und Haldol. Gegen die Schmerzen Novalgin, auf Verlangen.
Eigentlich ist mein Leben nun ein Häufchen Elend und ich bete um baldige Erlösung, wobei der Arzt mir hier beim Eintritt gesagt hat, ich sei noch viel zu fit um zu sterben. Ich jedoch hatte das Gefühl ohne Essen und Trinken sei es eine Sache von wenigen Tagen... Aber wie so oft, kommt es anders als ich denke... und so wie es aussieht, kann man den Tod noch weniger planen, als das Leben.
Am Tag muss ich schauen, dass ich wach bleibe, obwohl ich todmüde bin, und in der Nacht versuche ich zu schlafen, obwohl ich dann wach bin, eine verrückte Welt, alles irgendwie verdreht...
Mein Umfeld wird mir, auch hierbei, helfen zu schreiben, sprechen geht im Moment noch recht gut, also werdet ihr vermutlich noch weiteres von mir lesen. Bis zum nächsten Eintrag, liebe Grüße Iwana

